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Was mich an den Zukunftsvisionen klassischer Science-Fiction Literatur immer wieder schmunzeln lässt, ist das Zusammentreffen von Utopie und zeitgenössischer Technik. So liest man von Reisen zu fernen Planeten oder gar Sternensystemen in Raumschiffen, die keine Wünsche offen lassen. Künstliche Schwerkraft, Schutzschilde, unbegrenzte Luft- und Nahrungsvorräte, usw.

Und die Computer auf diesen selbstverständlich atomgetriebenen Raumschiffen werden mit Lochkarten gefüttert. ;-)

Die Ingenieure, die diese Antriebssystem berechnen, und mit fliegenden Autos zur Arbeit kommen, tun dies natürlich mit einem mechanischen Rechenschieber, der immer in der Hemdtasche steckt.

Tja, und da fiel mir ein, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, wie so ein Rechenschieber funktioniert.

Also: Einen besorgen und gucken.

Auf der Suche nach so einem Gerät bin ich auf einen Kartonbausatz von Astromedia gestoßen. Für 3,30 € kann man nicht viel verkehrt machen, dachte ich. Also bestellt (zusammen mit einem etwas aufwändigeren Bausatz, dazu später mehr). Und nach nur zwei Tagen war er dann auch schon da.

Der Bausatz besteht aus nur einem DIN A3 Bogen Karton. Die Bauanleitung ist direkt auf die Teile gedruckt:

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(Foto: Fjunchclick)

Die Teile sind nicht vorgestanzt, müssen also ausgeschnitten werden. Der Bau ist recht einfach, eigentlich werden nur Lagen von Karton übereinander geklebt. Aufpassen muss man nur, dass kein Klebstoff in die Führung für die verschiebbare Zunge gerät und bei der Passung für diese Zunge. Sie soll sich ja bewegen lassen, ohne zu wackeln. Und natürlich muss alles gerade sein, damit die Zunge sich später auch auf voller Länge verschieben lässt, ohne zu klemmen. Das ist aber alles nicht so schwer, in der Anleitung werden die entsprechenden Hinweise gegeben. Notfalls hilft man mit einer Sandpapierfeile etwas nach.

Wer nun glaubt, dass so ein Gerät aus Pappe nicht besonders stabil oder nur ein Spielzeug ist, irrt. Dadurch, dass sechs Lagen Karton übereinander liegen ist das Gerät 3mm dick. Und durch den Klebstoff (ich empfehle lösungsmittelhaltigen(!) Alleskleber, der ohne Lösungsmittel ist zu feucht und kann den Karton aufweichen) ist das Ganze genau so stabil wie ein Rechenschieber aus Kunststoff. Und natürlich lässt er sich genau so benutzen.

Hier die zusammengebauten Einzelteile Körper, Zunge und Läufer:

(Foto: Fjunchclick)

(Foto: Fjunchclick)

Der Läufer besteht aus einer bedruckten Folie, die um den Körper gefalzt wird und mit einem Streifen Tesafilm verklebt wird.

Und so sieht das fertige Gerät aus:

(Foto: Fjunchclick)

(Foto: Fjunchclick)

Es ist wirklich erstaunlich, was für einen Eindruck das fertige Teil macht. Besonders, wenn man die Kanten rundherum etwas sauber schleift. Man mag gar nicht glauben, dass es nur ein paar Lagen Karton sind. Es wirkt wirklich wie aus einem Guss.

Auf der Rückseite findet man eine kurze Beschreibung, wie man mit einem Rechenschieber z.B. eine Multiplikation oder eine Division ausführt.

Ausführlichere Informationen und Rechenanleitungen gibt es z.B. in der Wikipedia.

Alles in allem war es eine nette Bastelei, die Spaß gemacht hat.

Und wenn ich noch etwas übe, kann ich vielleicht auch bald einen Antrieb für ein interstellares Raumschiff berechnen, wie die netten Herren in den Romanen von Heinlein, Dominik oder Franke. ;-D

Der zweite Bausatz, den ich mir gekauft habe ist ein ganz anderes Kaliber und dürfte nicht so schnell fertig sein. Aber wie gesagt, dazu später mehr.